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14.02.2017

Sag es mit der Fair-Trade-Rose!

Valentinstag einmal anders: Sag es mit der Fair-Trade-Rose!

Mit Rosen sind Besucher des Bauernmarktes in Spaichingen heute zum Valentinstag beschenkt worden. Dabei handelt es sich um "fair-gehandelte" Rosen. Die Sache hat einen ernsten Hintergrund.

"Entschuldigung, darf ich Ihnen eine Rose schenken?" Knallgelb leuchten die Rosen, die die Azubis des Landratsamts Tuttlingen den Marktbesuchern in den Einkaufskorb legen. Die nette Aufmerksamkeit kommt gut an: "Ganz tolle Aktion. Ich find´s nett, doch, ist wirklich nett gemacht, eine schöne Sache", so die Reaktion der Passanten.

Aktion soll Zeichen setzen
Klar wolle man den Bürgern auch einfach eine Freude bereiten, sagt Sybille Neumeyer vom Landwirtschaftsamt. Die Aktion soll aber vor allem als Zeichen dienen. Nämlich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen auf Blumenfarmen, zum Beispiel in Ostafrika und Lateinamerika. Denn nicht immer sind die Bedingungen dort besonders gut. "Das fängt natürlich bei nicht Existenz sichernden Löhnen an", sagt sie. "Dann die Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz, vielleicht auch Kinderarbeit. Und wenn man einfach eine fair zertifizierte Rose kauft, wie wir sie heute verteilen, dann sind da bestimmte Standards einfach erfüllt."

Schlechte Arbeitsbedingungen
Rund um einige solcher Blumenfarmen kommt es zu Umweltschäden, die Arbeiter leiden an Hautkrankheiten verursacht durch die Pestizide. In Tuttlingen engagiert man sich ganz besonders für die Einhaltung der Standards. Die Rosen, die die Marktbesucher bekommen sind alle fair gehandelt. "Für den Landkreis Tuttlingen, der seit September Fairtrade-zertifiert ist, ist das natürlich auch eine Verpflichtung, da weiter zu machen. Und wir möchten mit dieser Aktion einfach ein schönes Zeichen an diesem Valentinstag setzen, dass die Produzenten auch noch ein bisschen was davon abhaben."

Fair Trade funktioniert
Die Bemühungen des Kreises scheinen erfolgreich. Das Fair-Trade-Siegel und das Thema fairer Handel generell sind den meisten Marktbesuchern in Spaichingen nicht neu.
"Deshalb bin ich auch auf dem Bauernmarkt, weil ich einfach finde, dass diese Ausbeutung nicht gut ist und unsere Lebensmittel im Verhältnis viel zu günstig sind." Wer also heute noch etwas für die Wirtschaft und die Liebe - auch die Nächstenliebe - tun möchte, für den könnten Fair-Trade-Blumen eine Lösung sein.



Autor/in: SWR 4 Radio