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08.07.2016

Landkreis bekommt das Fairtrade-Siegel

Prüfgremium gibt positives Signal: Am 16. September wird zusammen mit dem Trossinger Gymnasium gefeiert

London, Rom, San Francisco - und jetzt auch der Landkreis Tuttlingen: Er wird Fairtrade-Landkreis. In diesen Tagen kam die Mitteilung von Fairtrade Deutschland, dass die Bewerbung des Kreises durch das Prüfgremium der Organisation erfolgreich bestätigt wurde. Weltweit gibt es inzwischen fast 2000 Kommunen, die die Kriterien der Kampagne erfüllen.
Somit steht der Auszeichnung zum Fairtrade-Landkreis nichts mehr im Wege: "Ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben und danken den beteiligten Mitarbeitern für ihren tollen Einsatz. Wir wollen unser Engagement für den Fairen Handel ausweiten und bis zur Titelerneuerung in zwei Jahren weitere der vielen Ideen, die noch in der Schublade schlummern, umsetzen – gemäß dem Motto „Mehr in Fair!“, so Landrat Stefan Bär.

Am Freitag, 16. September, findet die Titelverleihung statt und der Landkreis Tuttlingen darf sich offiziell „Fairtrade-Landkreis“ nennen. Den Festakt begeht der Landkreis gemeinsam mit dem Gymnasium Trossingen, das an diesem Tag ebenfalls ausgezeichnet wird und den Titel „Fairtrade-School“ erhält.

Die Auszeichnung des Landkreises erfolgt im Rahmen der „Fairtrade-Towns-Kampagne“. Teilnehmende Städte und Landkreise übernehmen dabei eine Vorreiterrolle und fördern gezielt den Fairen Handel auf kommunaler Ebene und in allen gesellschaftlichen Bereichen. Fairer Handel zeichnet sich vorrangig durch kostendeckende Mindestpreise, Zusatzprämien für Gemeinschaftsprojekte und langfristige Handelsbeziehungen aus. Das Ziel dabei ist, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Kleinbauern und Arbeitern in Afrika, Lateinamerika und Asien nachhaltig zu verbessern und so die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben aus eigener Kraft zu ermöglichen.

Für den Titel musste der Kreis fünf Anforderungen erfüllen. Dazu gehört ein Kreistagsbeschluss, wonach bei allen Sitzungen und im Büro des Landrats fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt werden. Doch der Landkreis Tuttlingen will mehr. Der erweiterte Beschluss bezieht zum einen die Landratsamt-Kantine mit ein und will zum anderen Fairness auch regional vorleben. So gibt es ab Mitte Juli in der Kantine fairen Tee, faire Riegel und gleich zwei verschiedene faire Kaffeesorten. Eine Sorte stammt von der Lebenshilfe-Kaffeerösterei in Schramberg, ein Integrationsprojekt für Menschen mit Beeinträchtigung. Zugleich nützt der Kauf dieses Kaffees einem Schulprojekt in Mexiko. Der Landkreis unterstützt auf diese Weise gleichzeitig wichtige regionale Projekte.

Ein weiteres Kriterium war die Bildung einer Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung, Handel und Zivilgesellschaft. Bei rund 133.000 Einwohnern musste der Landkreis zudem mindestens 24 Händler und 12 Gastronomiebetriebe dafür gewinnen, faire Produkte anzubieten. Auch Schulen, Vereine und Kirchengemeinden, die Bildungsaktionen zum Thema Fairer Handel umsetzen, mussten geworben werden. Gerade in diesem Bereich gibt es im Landkreis Tuttlingen ein großes Engagement und so war diese Aufgabe schnell erfüllt.

Das fünfte und letzte Kriterium umfasst die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehörte eine Berichterstattung in den örtlichen Medien.

Das Landratsamt Tuttlingen hat eine Homepage zum Projekt eingerichtet. Hier gibt es Informationen zur Kampagen und zu den Teilnehmern des Kreisprojektes:
fairtrade.landkreis-tuttlingen.de

Quelle: Gränzbote